Kooperation mit dem Landestheater Tübingen
im Schuljahr 2010/11 und 2011/12

Die Kooperation zwischen dem Landestheater Tübingen und der Altinger Schule soll sowohl dem sozialen als auch dem künstlerischen Lernen dienen. Hauptziel ist die Stärkung der Persönlichkeitsentwicklung des einzelnen Schülers im Zusammenwirken mit einem positiven Gruppenerleben, was den Klassenzusammenhalt für die nächsten fünf Jahre stärken soll.

Der Prozess der Stückentwicklung steht bei dem Projekt im Mittelpunkt, wobei dennoch die ästhetische Gesamtleistung nicht aus den Augen verloren werden soll. Zu Beginn des Projekts muss sich die Klassengemeinschaft erst neu finden. Die damit verbundenen gruppendynamischen Turbulenzen werden in den Prozess integriert. Dabei kommt den Klassenlehrerinnen große Bedeutung zu, das sie diese Prozesse auch außerhalb der Proben wahrnehmen und begleiten und ihr Wissen in die Vor- oder Nachbereitung der Proben einbringen.

Den unterschiedlichen darstellerischen Talenten der Kinder und ihr unterschiedlicher Zugang zum Theater soll durch individuelle Aufgabenstellungen entsprochen werden. Die inhaltliche Ausrichtung des Projektes wird mit und von den Kindern entwickelt, die selbst über das zu bearbeitende Thema beraten und entscheiden. In einer ersten Projektphase (Oktober bis Dezember) steht die Themenfindung neben gruppendynamischen und darstellerischen Übungen im Mittelpunkt der Arbeit. Erst nachdem das Thema über Improvisationen und szenische Aufgabenstellungen erschlossen worden ist, wird das so entstandene Material, durch die Projektleitung ergänzt und in eine Form gebracht, das dann mit den Kindern reflektiert und schließlich eingeübt wird.

In einer wöchentlichen Doppelstunde und in 2 Aktivwochen entsteht eine Collage, die unterschiedliche Aspekte eines Themas (z.B. Freundschaft, Schule, Familie, etc.) in loser Folge miteinander verknüpft. Dieses assoziative Arbeiten hat zwei positive Begleiteffekte:

  1. Der dramaturgische Aufwand der Produktion wird reduziert, wodurch mehr Ressourcen für die pädagogische Arbeit frei werden.
  2. Die Kinder, die in diesem Alter noch sehr stark narrativen Formen verhaftet sind, werden an eine offenere, für sie oftmals zunächst fremdere, aber auch eine sehr zeitgemäße Kunstform herangeführt.

Ziel ist es, dass alle Kinder im Stück mitspielen und so ein starkes Erlebnis als Klassengemeinschaft haben. Die Gewichtung der Rollen kann unterschiedlich ausfallen, wobei aber darauf geachtet wird, dass dies so austariert wird, dass die Klassengemeinschaft gestärkt und nicht durch Neid und Missgunst geschwächt wird.

Die Projektleitung liegt beim KJT-Theaterpädagogen des Kinder- und Jugendtheaters oder in der Folge bei der durch das LTT vermittelte Theaterpädagogin. Da die Klassenstufe 5 in der Zwischenzeit zweizügig ist, steht unsere seit vielen Jahren an der Altinger Schule arbeitende Zirkus- und Theaterpädagogin Julika Schaible als Co-Leitung zur Seite. Weiterhin werden die unterschiedlichen künstlerischen AGs der Schule (Bläserklassen, Tanz, Cajon, Zirkus) in das Stück integriert.

Alle Kinder der Schule besuchen im Rahmen der „Goldkooperation" drei Aufführungen im Schuljahr im Landestheater Tübingen. Es soll eine Theatertradition und Theaterkultur auch für die Kinder entstehen, die von zu Hause aus nicht in diesen Genuss kommen. Das erste Jahr verlief sehr erfolgreich und alle Schüler, Lehrer und Eltern waren von diesem Angebot sehr begeistert. Ein zusätzliche Freilichtaufführung „König Arthus" des Kinder- und Jugendtheaters fand auf der Schulwiese hinter der Turnhalle statt.