Lernformen

Erwerb von Kompetenz im Bereich Imagination über Spiele und Übungen

 

Spiel/Übung: Besinnen und Vertiefen

Spiel und Übung sind nicht zweckgebunden oder auf unmittelbare Verwertung ausgerichtet. Hier geht es darum, dass Kinder sich selbst und innere Vorgänge intuitiv erfahren und Könnenserfahrungen machen. Es sind Formen der Selbstfindung durch rhythmische oder meditative Übungen, die der Schulung der Wahrnehmung und der Imagination dienen. Kinder bekommen innerhalb weniger Jahre ihren Körper durch Übungen im Rhythmikunterricht mehr und mehr unter Kontrolle, Störungen in Bewegungsabläufen verschwinden, Körperhaltung und innere Haltung werden zunehmend identischer. So soll beispielsweise Körperbeherrschung nicht durch hartes körperliches Training, wie im Sportunterricht erreicht werden, sondern durch innere Konzentration und durch Übungen, die innere Prozesse zum Fließen bringen. Kinder erleben die Schönheit von Ruhe und Bewegung, die keinem unmittelbaren Zweck außer ihrer Erfüllung selbst dienen. Solche Prozesse sind auch mit schmerzhaftem Bewusstwerden und dem Erkennen von Defiziten und Unzulänglichkeiten verbunden. Um darauf professionell reagieren zu können, ist eine fundierte Ausbildung und viel Erfahrung Voraussetzung. Deshalb setzen wir in diesem Bereich Experten von außen, wie z.B. Rhythmiklehrerinnen ein.

 

Rhythmik

 

Stellenwert der Rhythmik an der GHWRS Altingen

Rhythmik ist systematisch in allen Klassenstufen eingeführt. Heute durchlaufen alle Kinder in allen Klassenstufen, über die gesamte Schulzeit hinweg Rhythmikkurse.

Diese beginnen in der Klasse 1 mit Grundlagenübungen. Die darauffolgenden Jahre bauen auf den vorhergehenden Erfahrungen auf und stellen so eine ständige Vertiefung und Erweiterung dar.

Während die Rhythmik früher innerhalb der Projektarbeit vor allem in den Theaterprojekten angesiedelt war, wird sie heute je nach Bedarf in fächerübergreifende, projektorientierte Unterrichtsvorhaben und in fast alle Projekte integriert.

Die Rhythmik nimmt das, was in unserem Schulkonzept prinzipiell angelegt ist, wie beispielsweise der respektvolle Umgang mit sich selbst, dem anderen und den Dingen auf und macht es über den eigenen Körper erlebbar. Sie macht soziale Prozesse bewusst, indem beispielsweise durch Übungen wie "Führen und Folgen" die Klassenstruktur sichtbar und nachvollziehbar wird. Es entstehen Bilder im Klassenzimmer, die zu inneren Bildern werden. Es sind neue, andersgeartete innere Bilder, die andere Abläufe ermöglichen und damit auch zu diesem anderen Umgang mit sich selbst und mit anderen führt.

Oft sind solche Prozesse mit schmerzhaftem Bewusstwerden von Erlebnissen aus der Vergangenheit und dem Erkennen von Defiziten und Unzulänglichkeiten in der eigenen Person verbunden. Es ist unseres Erachtens deshalb fahrlässig, Übungen in diesen Bereichen ohne eine fundierte Ausbildung und durch viel Erfahrung gesichert, durchzuführen. Um diese Prozesse professionell begleiten zu können, ist für uns die Expertin oder der Experte inzwischen unschätzbar und unentbehrlich geworden, und das unabhängig davon, ob es sich um Rhythmik, Meditation, T'ai chi oder Massage handelt.

Ziele

  • Wichtigstes Ziel in der Rhythmik ist die ganzheitliche Förderung des Menschen durch und in den Bereichen Musik und Bewegung. Das geschieht nicht in isolierter Schulung, son­dern in ständiger und fließender Wechselbeziehung.
  • Erreicht werden diese Ziele durch praktische Bewegungsaufgaben, die von den Schülern durchgeführt werden. Dabei ist es auch wichtig gemeinsam zu überlegen, wie fühle ich mich, wie geht es meinem Nachbarn oder Partner, wo muss ich besondere Rücksicht nehmen, welche Aufgabe erfordert besondere Sorgfalt.
  • Es ist eine Führung von Fähigkeiten zu Fertigkeiten. Bewusst angelegte und gesteuerte Erziehungsprozesse sollen auffordernden Charakter haben und ein Wiederaufleben der oft verschütteten Fähigkeiten bewirken.
  • Das Lernen geschieht durch Einsicht mit den Mitteln: Bewegung, Musik, Geräten (Gym­nastik­tücher, Bänder, Bälle, Stäbe, u.ä. ) und Sprache.

Folgende Erfahrungsbereiche sollen der Versuch einer Gliederung sein dürfen aber nicht isoliert, sondern immer übergreifend bzw. in Wechselwirkung gesehen werden:

  • Sensibilisierung: Wahrnehmung, Sinnesschulung, Bewusstseinserfahrung
  • Orientierung: Raum-Zeitgefühl
  • Bewegungserfahrung: in Raum, Zeit, Kraft
  • Ausdrucksformen: darstellen und verständlich machen
  • Flexibilität: Eigeninitiative - Anpassung, Freiheit - Gebundensein, Einfühlung - Abgrenzung
  • Kommunikation und Interaktion: Auseinandersetzung, Vertrauen, Verantwortung, Verständigungsbasis finden, Körpersprache, Stimme
  • Phantasie und Kreativität: Spiel und Aktivität

Beispiel eines möglichen Verlaufs der Einheit Führen und Folgen

  • jedes Kind sucht einen Platz im Raum, Standpunkt finden
  • freies Gehen im Raum ohne anzustoßen, zum eigenen Platz zurückfinden
  • gehen mit vorgegebenem Tempo
  • gehen und auf akustisches Zeichen anhalten
  • daraus zu Rhythmus und Taktentwicklung kommen
  • einen festen Weg finden, auch in Partnerarbeit
  • je nach Gruppe verstärkt auf Sprache und Rhythmus, Reaktion und Konzentration arbeiten oder mehr ins kreative Improvisieren mit Spiel- und Tanzliedern

Rhythmik als pdf-Datei